Arten von Ballonfahrer

Welche Arten von Ballonfahrern gibt es? – Unternehmen, Vereine, Privatleute und Sportsfreunde. Und allen fahren unterschiedliche Typen von Heißluftballonen .

Wenn Sie an einer Ballonfahrt als Gast teilnehmen möchten, haben Sie oftmals eine große Auswahl an Ballonfahrern. Doch nicht jeder Ballonfahrer ist wie der nächste. Es gibt Unterschiede bei den Ballonfahrern, die im Folgenden erläutert werden.

Kommerzielle Luftfahrtunternehmen

Diese Unternehmen wurden vom Luftfahrtbundesamt Braunschweig zertifiziert und unterliegen strengen Sicherheitsauflagen. Es sind die einzigen Ballonfahrer, die gewerblich Passagiere mitnehmen dürfen. Die Sicherheitsauflagen betreffen die Piloten als auch die Ausrüstung.

So müssen die Ballonpiloten eine gewisse Anzahl von Ballonfahrten als erster Pilot nachweisen und einen ärztlichen Check, abhängig vom Alter teilweise sogar halbjährlich, durchlaufen.

Die Heißluftballone müssen einmal im Jahr oder spätestens alle 100 Betriebsstunden zu einem luftfahrttechnischen Betrieb, dem „TÜV“ für Ballone, um dort unter die Lupe genommen zu werden.

Luftfahrtunternehmen fahren meistens größere Ballone als die unten genannten Gruppen. Jedoch verdienen die wenigsten Piloten Ihren Haupterwerb mit dem Ballonfahren, sondern das Ballonfahren dient nur als Zubrot.

Ballonvereine und Ballonsportclubs

Hier gibt es eingetragene als auch freie Vereine, die teilweise schon einige Jahrzehnte oder wie der Ballonverein in Augsburg schon über 100 Jahre bestehen. Die Mitglieder zahlen meist einen kleinen Mitgliederbeitrag und üben das Ballonfahren als Freizeitaktivität und Hobby aus.

Diese Ballonvereine betreiben den Ballonsport ohne Absicht von Gewinnerzielung und fahren meistens Ballone, die Firmen gesponsert haben. Die Aktivität des Ballonsports steht im Vordergrund, ebenso die Ausbildung von Ballonpiloten in Form von Nachwuchsförderung.

Mitfahren kann man bei diesen Ballonfahrern auch. Sie verlangen einen Unkostenbeitrag, der allerdings meist genauso hoch wie die Preise bei Luftfahrtunternehmen liegt. Denn aufgrund der kleineren Ballone und den selteneren Starts entstehen hohe Kosten, die zum Betrieb ihres Hobbys gedeckt werden müssen.

Privatleute

Gut betuchte Privatleute betreiben ihren eiegnen Ballon, ohne eine Art der Verpflichtung seitens eines Sponsors oder der Ableistung von Vereinsarbeit. Seltens kann man auch bei diesen Ballonfahrern mitfahren.

Die Sportfahrer

Die letzte Gruppe der Ballonfahrer sind die „echten Sportler“, die sich bei Landesmeisterschaften, Deutschen Meisterschaften oder sogar Weltmeisterschaften messen. Eine deutsche Rangliste legt die deutsche Nationalmannschaft fest, derzeit sind dies sechs Piloten, die dann mehrmals im Jahr bei Wettfahrten teilnehmen. Die Ballone, die hier gefahren werden, sind kleiner als bei den ersten beiden Gruppen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Leichterer und schnellerer Aufbau des Ballons sowie eine bessere Navigierbarkeit des Ballons in der Luft.

Einige Ballone der Deutschen Nationalmannschaft werden von der Brauerei aus Warstein gesponsert.

Ballontreffen

Typen von Heißluftballonen

Die verschiedenen Typen von Heißluftballonen

Ebenso wie es in der Automobilwirtschaft verschiedene Autoklassen gibt, teilt man auch die Heißluftballone in Klassen ein. Dies sind vor allem Sportballone, die Allrounder, Großballone und Special Shapes. Im Folgenden sollen die Unterschiede erklärt werden.

Die Sportballone

Diese Ballone haben ein Fassungsvermögen von ca. 1200 bis 2600 Kubikmeter und tragen lediglich ein oder zwei Personen im Ballonkorb. Ihre Form ist weniger rund als andere Ballone, dafür mehr tropfenförmig. Dies ändert das Fahrverhalten: Sportballone sind schneller navigierbar, fallen und steigen schneller, was bei den höheren Anforderungen z. B. bei schnellem Höhenwechseln erhebliche Vorteile bringt.

Sportballon

Die Allrounder

Die Allrounder unter den Ballonen haben ein ungefähres Fassungsvermögen von 2.600 bis 4.000 Kubikmeter. Hier können ca. drei bis sechs Personen im Ballonkorb mitfahren. Die Form der Hülle ist runder und hat aufgrund der höheren Anzahl an Hüllenbahnen eine glattere Oberfläche, damit Werbung besser angebracht werden kann.

Diese Ballone werden von Sportvereinen und Privatleuten als auch von Luftfahrtunternehmen mit kleinen Gruppen mit bis zu sechs Personen gefahren.

Allrounder

Die Großballone

Die Großballone fassen bis zu 12.000 Kubikmeter und werden lediglich von kommerziellen Ballonfahrern eingesetzt, die gleichzeitig mit bis zu 18 Personen aufsteigen können. Diese Ballone verfügen logischerweise über einen größeren und schwereren Ballonkorb. Der Aufbau und das Zusammenpacken dauert länger.

Grosser Ballonkorb

 

Die Special Shapes

Diese Ballone werden lediglich zu Werbezwecken eingesetzt und weichen in der Form stark von der normalen Ballonform ab. Bekannte Sonderformen sind in Deutschland z.B. der Ottifant, die Teekanne oder der Ottokatalog. Zum Börsengang der Deutschen Post schwebte ein riesiger Bulle über Deutschland. Ebenso fahren im Himmelsmeer Autos, Gabelstapler, Schiffe, Hamburger, Coladosen oder die Jägermeisterflasche spazieren.

Ballon Sonderform

Der Heißluftballon

Der Heißluftballon und seine Bestandteile

Ein heutiger moderner Heißluftballon besteht aus vielen Einzelteilen: dem Ballonkorb, der die Personen und den Gasvorrat trägt, dem Ballonbrenner, der für den Auftrieb zuständig ist, und der Ballonhülle, die die heiße Luft enthält. Wie ein Ballon aufgebaut wird, das lesen Sie über den Ablauf einer Ballonfahrt .

Die wichtigsten Bestandteile eines Heißluftballons sollen hier vorgestellt werden.

Die Ballonausrüstung

Der Ballonkorb

Früher wurden die Ballonkörbe aus Weide hergestellt – so auch heute noch! Kein Material hat sich so gut bewährt wie das Weidegeflecht, das beim Start und der Landung nachgibt, nicht bricht und die Insassen wieder wohlbehütet auf den Boden zurückbringt. Es ist robust und elastisch zugleich.

Der Ballonbauer fertigt zunächst eine ausgeklügelte Platte aus Holz mit einem Drahtgeflecht an und spannt im nächsten Schritt die Weide um das Gerüst. Das sieht dann so aus:

Foto: Ein Ballonkorb für maximal fünf Personen

Ballonkorb beim Aufbau

Foto: Ein größerer Ballonkorb mit mehreren Abteilen und drei Brennern. Der Pilot steht in der Mitte direkt unter dem Brenner.

ballonkorb

Foto: Auch das gibt es – ein sogenannter Cloudhopper für 2 Personen ohne Korb. Die Ballonfahrer sitzen neben den Gasflaschen.

cloudhopper

Ein solcher Ballonkorb kostet je nach Größe und Ausführung mindestens 5.000 EUR. In den Ecken steht bei den kleineren Ballonen jeweils eine Gasflasche, größere Ballonkörbe sind in Abteile aufgeteilt: Der Pilot mit den Flaschen sowie ein oder mehrere Abteile für die Gäste.

Ballonkorb

Der Ballonbrenner

Der Ballonbrenner erzeugt die heiße Luft, die für den Aufstieg erforderlich ist. In Deutschland werden die Ballonbrenner mit Propangas betrieben, in anderen europäischen Ländern wird auch Butan benutzt. Die Flamme erzeugt eine Temperatur von 1200 Grad und ist je nach Außentemperatur zwischen drei und fünf Meter lang.

Bei einer Ballonfahrt im Sommer beträgt die Temperatur im oberen Teil des Ballons zwischen 80 und 120 Grad. Dies reicht dann, je nach Größe des Ballonkorbs und der Ballonhülle, zwischen zwei und zehn Personen in die Luft zu bringen.

ballonbrenner

ballonbrenner

Die Ballonhülle

Die Ballonhülle beinhaltet die heiße Luft, die zum Auftrieb nötig ist. Sie besteht aus einem Polyester-Nylon Gemisch, ist sehr reißfest aber auch sehr leicht. Ein Ballon mittlerer Größe mit ca. 3.400 Kubikmeter wiegt knapp über 100 Kilogramm und ist im aufgebauten Zustand über 20 Meter hoch.

Die Ballone werden aus Stoffbahnen zusammengenäht, die dem Ballon die Form geben. Modelle mit 8 bis 16 Bahnen werden für kleine Ballone benutzt, die Oberfläche ist allerdings dadurch nicht sehr glatt. Größere Ballone haben 24 Bahnen, diese eignen sich durch ihre glatte Oberfläche auch bestens um Werbung anzubringen.

Foto: Ballon mit 8 Bahnen

Ballon mit 8 Bahnen

Foto: Ballon mit 24 Bahnen

Ballon

Die Bestandteile einer Ballonhülle: Das Parachute

Das Parachute am oberen Ende der Ballonhülle ist ein ausgefeiltes System mit Schnüren, welches der Pilot von unten im Korb stehend bedienen kann. Während der Fahrt öffnet er das Ventil über einen Seilzug, heiße Luft strömt aus und der Ballon sinkt.

Mittlerweile gibt es zwei verschiedene Systeme: Das herkömmliche Parachut wird mit einem Seil herruntergezogen und kann nicht mehr geschlossen werden. Zieht der Pilot also zuviel am Seil, kann er das Ventil nicht mehr schließen. Das neuere System „Paravent“ klappt wie ein Regenschirm nach innen und die Luft entweicht sehr schnell. Der Pilot kann das Ventil mit einer zweiten Leine schnell wieder zuziehen. Dieses neue System veranlasst vor allem bei schnellem Wind eine sichere Landung, da die heiße Luft schneller entweichen kann.

von oben:

Ballon

von innen:

Ballonparachute

geöffnetes Parachute nach der Landung:

Ballonhülle

Bestandteile einer Ballonhülle: Die Drehventile

Die Drehventile eines Ballons dienen dazu, den Ballon während der Fahrt um die eigene Achse zu drehen. Schnüre aus dem Ballonkorb gehen über Umlenkrollen nach oben zum Äquator des Ballons, wo große Schlitze aufgezogen werden können. Ist ein Drehventil geöffnet, entweicht heiße Luft, wodurch eine Luftzirkulation im Ballon entsteht und der Ballon sich um die eigene Achse drehen kann. Dies hat aber nichts mit der Richtungsänderung des Ballons zu tun. Da heiße Luft entweicht, muss der Pilot nachheizen.

Nützlich sind diese Drehventile bei der Landung des Ballons, um den Korb auf die lange Seite zu drehen. Dies ist besonderes bei sehr großen Ballonen nützlich. Für Ballone, die zu Werbezwecken in der Luft sind, dient dies zum Ausrichten der Werbung.

Von innen – der Pilot prüft die Leinen des Drehventils:

Drehventil

Von außen: Über der Ballonkennung D-OMNR erkennt man die drei vertikalen Bahnen, die per Seilzug geöffnet werden können.

Drehventile

Die weitere Ausrüstung

  • Gasflaschen, die das Propangas enthalten
  • Technische Geräte: Höhenmesser, GPS, Variometer (zeigt Fallen und Steigen an), Funkgerät
  • Anhänger
  • Windmaschine, die die kalte Luft in die Ballonhülle bläst.

 

windmaschine

Ablauf einer Ballonfahrt

Der Ablauf einer Ballonfahrt

Schon bevor Sie Ihre erste Ballonfahrt antreten, interessieren Sie sich vermutlich für den Ablauf einer Ballonfahrt. Hier erklären wir Ihnen die wichtigsten Schritte einer Ballonfahrt. Grundsätzlich sollten Sie vier bis fünf Stunden für das gesamte Abenteuer einrechnen.

Der Aufbau des Ballons

Der komplette Ballon wird meist in einem Anhänger oder einem kleinem Pritschenlieferwagen transportiert. Der Korb, die Ballonhülle und der Brenner werden im ersten Schritt miteinander verbunden. Im Ballonkorb ist Platz für die Gasflaschen und das weitere Equipment für den Piloten: Funkgerät, Landkarten, GPS und Höhenmesser. Nachdem der Brenner am Korb befestigt wurde und eine kurze Brennerprobe die Funktionstüchtigkeit des Brennersystems bestätigt, wird der Ballonkorb auf die Seite gelegt und die Ballonhülle daran befestigt. Mehrere Stahlseile, die mit Karabinern am Brennerrahmen eingehängt werden, tragen später die Ballonhülle.

ballonaufbau

Nun ist es wichtig, dass die Ballonhülle genau in den Wind gelegt wird, damit ein problemloses „Kaltblasen“ stattfinden kann. Dies geschieht mit einer Windmaschine, die 15 bis 20 Minuten nur kalte Luft in die Ballonhülle bläst.

Während des Aufblasens schließt der Pilot am oberen Ende des Ballons das Parachute, welches während der Ballonfahrt und vor allem bei der Landung dazu benutzt wird, die heiße Luft aus der Ballonhülle entweichen zu lassen.

Sobald der Ballon ca. dreiviertel gefüllt ist, bläst der Pilot mit Hilfe des Brenners die erste heiße Luft in die Ballonhülle. Dabei muss er aufpassen, die schmale Öffnung des Ballons nicht zu verbrennen. Langsam hebt sich die Ballonhülle und der Ballonkorb stellt sich automatisch auf.

Nun heißt es für die Passagiere: Einsteigen! Vorher prüft der Ballonpilot nochmals seine Ausrüstung sowie alle Seile des Ballons.

Auf geht’s in die Luft zur Ballonfahrt!

Ballonstart

Die Ballonfahrt

Der Ballonpilot bläst solange heiße Luft in die Ballonhüllle, bis der Ballon langsam abhebt. Die Mindestfahrthöhe bei einer Ballonfahrt beträgt 150 Meter über dem Boden, über Städten bis zum 600 Meter.

Die Richtung bestimmt alleine der Wind! Doch wer denkt, dass man einen Ballon nicht steuern kann, dem sei gesagt: Die Fahrtrichtung des Ballones kann man durch die Änderung der Fahrthöhe wechseln, denn in unterschiedlichen Höhen herrschen unterschiedliche Windrichtungen.

Ballon über Wasser

Der Ballonpilot beobachtet während der gesamten Ballonfahrt die Wetterverhältnisse und ganz besonders den Wind, um bei negativen Wetteränderungen schnell einen geeigneten Landeplatz zu finden.

Eine Ballonfahrt dauert meist zwischen 60 und 90 Minuten. Während der Fahrt ist neben dem Gasvorrat auch das mögliche Landegelände zu beobachten. Legt sich am Abend vor Sonnenuntergang z. B der Wind, sollte der Pilot nicht mehr über ein größeres Waldstück fahren.

Die Landung, das Zusammenpacken und das Verstauen

Wenn es in Richtung Landung geht, lässt der Pilot den Ballon langsam fallen und sucht optimalerweise eine Wiese, die groß genug ist, um den Ballon sicher zu landen. Der Verfolger mit dem Ballonanhänger wird per Funkgerät über den Landeort informiert.

Ballon nach der Landung

Nachdem der Ballon auf dem Boden steht, werden die Gäste gebeten auszusteigen. Anschließend wird die heiße Luft über das Parachute am oberen Ende des Ballons entleert, so dass der Ballon zusammengelegt werden kann.

Zunächst wird die Ballonhülle von hinten in den Hüllensack gestopft, dann wird der Ballonkorb abgebaut, so dass der komplette Ballon wieder in den Anhänger hineinpasst. Doch nun ist die Freude einer Ballonfahrt immer noch nicht zu Ende!

Ballonlandung

Die Ballonfahrertaufe

Die Ballonfahrt wird traditionell mit einer Taufe der Ballongäste beendet. Neben einem kühlem Bier erhält der neue Ballonfahrer eine Taufurkunde und einen Adelstitel, z.B. „Graf Herbert, hoch gefahrenen Luftikus über der Spree, weitblickender Wolkenstürmer“. Ab nun darf der neue Adel nicht mehr von „Ballonfliegen“ reden.

Diese Eigenart ist eine alte Tradition unter den Ballonfahrern, denn nach den ersten geglückten Ballonfahrten im 18.Jahrhundert durfte nur noch der Adel über den Köpfen des Volkes schweben. Wer also nicht im Adelsstand war, der wurde kurzerhand befördert.

Nach der Ballonfahrertaufe und dem Umtrunk geht es wieder zurück zum Startplatz.

Ballonfahrertaufe